Zahlen & Fakten

Verbreitung von Glücksspielen in DeutschlandGlücksspiele sind in Deutschland weit verbreitet. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, 2014)1 haben sich ca. 78% der 16-65 -Jährigen in Deutschland schon (mindestens) einmal an einem Glücksspiel beteiligt. Männer haben häufiger Erfahrungen mit Glücksspielen als Frauen: 8 von 10 Männern (81%) zwischen 16 und 65 Jahren haben schon einmal ein Glücksspiel gespielt, bei Frauen sind es 75%.

Ein Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt sich in fast allen Altersgruppen. Am höchsten fällt er bei den 21 - 25-Jährigen und bei Jugendlichen aus: Während 76% der Männer im Alter von 21 - 25 Jahre schon einmal ein Glücksspiel gespielt haben, ist der Anteil bei den Frauen mit 59% deutlich geringer.

Die meisten spielen zunächst ein Lotteriespiel. 41% derjenigen mit Glücksspielerfahrungen nennen „Lotto 6 aus 49“ als erstes Glücksspiel in ihrem Leben, 17% geben „Sofortlotterien“ (Rubbel- und Aufreisslose, Lose auf Jahrmärkten etc.) an. Danach folgen private Glücksspiele mit 11%.

Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, dass bereits Jugendliche – trotz des gesetzlichen Verbots – breiten Zugang zu Glücksspielen haben. Laut der Hamburger SCHULBUS-Erhebung2 nehmen zum Beispiel 3% der 14- bis 15-Jährigen regelmäßig an Sportwetten teil, bei den Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren sind es sogar 7%. Von einem regelmäßigen – d.h. in diesem Fall mehrmals monatlichen – Spielen um Geld berichteten 10% der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen (Altersgruppe 14 - 18 Jahre). Männliche Jugendliche spielen deutlich häufiger als gleichaltrige Mädchen bzw. junge Frauen. Junge Männer mit Migrationshintergrund sind den Ergebnissen zufolge besonders stark gefährdet, ein regelmäßiges Spielverhalten zu entwickeln.

Nahezu die Hälfte der deutschen Bevölkerung gibt jeden Monat Geld für Glücksspiele aus, die meisten von ihnen einen vergleichsweise geringen Betrag (bis zu 20 € pro Monat). Etwa ein Zehntel der Menschen in Deutschland spielt jedoch regelmäßig um hohe Einsätze: ca. 5% geben zwischen 50 und 100 € pro Monat für Glücksspiele aus, weitere ca. 4% sogar über 100 €. Bei einigen Spielerinnen und Spielern führen die regelmäßigen Einsätze zu einer hohen Verschuldung.
Laut der SCHULBUS-Erhebung geben Jugendliche, die mehrmals pro Monat spielen, im Schnitt etwa 30 Prozent des ihnen zur Verfügung stehenden Geldes für Glücksspiele aus.


[1] Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2013 - Ergebnisbericht (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2014, Köln)
[2] Ergebnisse der Hamburger SCHULBUS-Studie zum Glücksspielverhalten von Jugendlichen