Glücksspielsucht

gluecksspielsucht

Glücksspielsucht ist eine Krankheit

Glücksspielsucht ist in Deutschland sowohl von den Rentenversicherungsträgern als auch den Krankenkassen als Krankheit anerkannt.

Die Anerkennung des Pathologischen Glücksspielens hat für die Betroffenen wichtige sozialrechtliche Folgen: Es besteht ein rechtlicher Anspruch auf ambulante, stationäre und (Nachsorge-) Leistungen, die von den Rentenversicherungsträgern bzw. den Krankenkassen finanziert werden.

Auch Leistungen zur beruflichen Rehabilitation (Wiedereingliederungsmaßnahmen, Umschulungen) können finanziert werden. So können erwerbstätige Personen beispielsweise für die Zeit ihrer stationären Therapie in der Regel Übergangsgeld beziehen. Mit einer Glücksspielsucht gehen oft andere Störungen bzw. Erkrankungen einher. So kommt es gehäuft zu depressiven Erkrankungen und Angst- Störungen, auch andere Suchtformen (Tabakabhängigkeit, erhöhter Alkoholkonsum) treten deutlich häufiger auf.

Der medizinische Fachbegriff für eine Glücksspielsucht lautet Pathologisches Glücksspielen.

Merkmale einer Glücksspielsucht
Nach den Leitlinien des DSM-V (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen) spricht man von Pathologischem Glücksspielen bei „andauerndem und wiederkehrendem, fehlangepassten Spielverhalten“, das sich in mindestens fünf der folgenden Merkmale ausdrückt:

1. Starke Eingenommenheit vom Glücksspiel (zum Beispiel wenn die Betroffenen oft und lang darüber nachdenken, wie sie das Geld für das nächste Spiel beschaffen sollen)

2. Steigerung der Einsätze, um die gewünschte Erregung zu erreichen

3. Wiederholte erfolglose Versuche, das Spiel zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben

4. Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Spiel einzuschränken oder aufzugeben

5. Spielen, um Problemen oder negativen Stimmungen zu entkommen

6. Wiederaufnahme des Glücksspiels nach Geldverlusten

7. Lügen gegenüber Dritten, um das Ausmaß der Spielproblematik zu vertuschen

8. Illegale Handlungen zur Finanzierung des Spielens

9. Gefährdung oder Verlust wichtiger Beziehungen, von Arbeitsplatz und Zukunftschancen

10. Hoffnung auf Bereitstellung von Geld durch Dritte

Derzeit erfüllen schätzungsweise über 500.000 Menschen in Deutschland mindestens fünf dieser Kriterien und gelten damit als „pathologische“, also süchtige Spieler bzw. Spielerinnen. Von problematischem Spielen spricht man, wenn drei bis vier Kriterien (ausgeprägte Form) bzw. ein bis zwei Kriterien des DSM-IV zutreffen. Gemäß dieser Definition gibt es ca. 750.000 bzw. ca. 3 Mio. problematische Spieler und Spielerinnen (ausgeprägte und leichte Form) in Deutschland. Diese Definition gilt nicht nur für klassische Glücksspiele oder Online-Glücksspiele, sondern auch für Sportwetten. Einige Sportwettformen sind sogar mit einem besonders hohen Risiko verbunden, allen voran die Livewette. Die Folge: Ein problematischer Umgang mit Sportwetten ist ein häufiger Anlass für eine Betreuung im ambulanten oder stationären Hilfesystem. Immerhin ungefähr jede siebte Person in Hamburg, die wegen einer Glücksspielproblematik ambulant betreut wird, gibt Sportwetten als den hauptsächlichen Grund für die Beratung an.

Unser kurzer Selbsttest hilft Ihnen, eine erste Einschätzung des eigenen Spielverhaltens vorzunehmen.

gut zu wissenWichtig zu wissen: Die Diagnose „Pathologisches Glücksspielen bzw. Wettverhalten“ kann nur von einer Expertin oder einem Experten nach einem intensiven persönlichen Gespräch gestellt werden. Einen Überblick über Beratungsstellen und Hilfsangeboten in Hamburg finden Sie hier.

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