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Tipps für Angehörige

Tipps für Angehörige von glückspielsüchtigen Menschen
Wenn Menschen die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren, sind ihre Angehörigen immer mit betroffen. Zum Beispiel durch finanzielle Verluste und Schulden:

Keine andere Sucht ist so stark mit Schulden verbunden, wie eine Glückspielsucht. Geld, das für wichtige Ausgaben in der Familie fehlt, für Kleidung oder die Miete etwa. Deshalb wird Angehörigen von Glückspielsüchtigen zumeist eine Schuldnerberatung empfohlen.

Angehörige sind aber auch durch verloren gegangenes Vertrauen und wiederkehrende Enttäuschungen belastet: Glückspielsucht führt – wie andere Süchte auch – meist zu großen Belastungen in der Familie und Partnerschaft. Viele Spielerinnen und Spieler verheimlichen ihre Sucht und lügen, um weiterspielen zu können.

Oberste Regel: Schützen Sie sich und Ihre Familie.
Angehörige eines glückspielsüchtigen Menschen sind immer mit betroffen. Das gilt in besonderem Maße für Kinder. Sie leiden zum Beispiel unter Streitigkeiten und Spannungen in der Familie. Der Spieler/die Spielerin ist immer seltener zu Hause, Geld für wichtige Anschaffungen fehlt.

⇨ Lassen Sie sich beraten, welche Schritte Sie unternehmen können, um sich und Ihrer Familie zu helfen, zum Beispiel bei einer Suchtberatungsstelle oder einer Familienberatungsstelle.

Darüber reden hilft.
Es entlastet Sie, wenn Sie mit einer Vertrauensperson über Ihre Lage sprechen. Das kann jemand aus dem Freundes- oder Familienkreis oder auch eine Fachkraft aus einer Beratungsstelle sein.

Leihen Sie dem Spieler bzw. der Spielerin kein Geld.
Für glückspielsüchtige Menschen ist Geld gleichbedeutend mit Spielgeld. Auch wenn Ihr Partner/Ihre Partnerin oder Sohn/Tochter Ihnen glaubhaft versichert, das Geld zur Tilgung von Schulden zu benötigen (und er es in dem Moment eventuell sogar selber glaubt bzw. vorhat): Denken Sie daran, dass Spielsucht eine Krankheit ist. Ihr Partner/Ihre Partnerin oder Sohn/Tochter hat keine Kontrolle darüber und wird in den meisten Fällen das Geld wieder fürs Spielen verwenden, z.B. um vorherige Verluste wieder wett zu machen. Dass es sich dabei um ein hoffnungsloses Unterfangen handelt, verstehen Spielerinnen und Spieler meist erst, wenn sie ihre Glücksspielsucht irgendwann einmal erfolgreich überwunden haben.

⇨ Ein zugriffssicheres Konto für den Lohn und andere Eingänge (wie zum Beispiel das Kindergeld) kann ebenfalls sinnvoll sein. Auch hierzu werden Sie in der Suchtberatungsstelle beraten.

⇨ Eine Geldverwaltung, die verhindert, dass der bzw. die Spielsüchtige sein/ihr Geld und/oder das Geld der Familie verspielt, und die ermöglicht, dass die Schulden reguliert werden, kann von jemand anderem übernommen werden. Wie dies gehen kann, dazu können Sie sich beraten lassen.

Jetzt geht es um Sie.
Wenn der Spieler/die Spielerin in der Familie ausfällt, springen oftmals die Angehörigen ein:

• Sie gehen an finanzielle Rücklagen, um Löcher in der Haushaltskasse zu stopfen
• Sie erfinden Entschuldigungen, wenn der Spieler/die Spielerin in die Automatenhalle geht anstatt zur Familienfeier
• Sie übernehmen mehr Aufgaben in der Familie

Solche Verhaltensweisen sind nachvollziehbar, haben aber (mindestens) zwei Nachteile:

1. Die nahestehenden Menschen stellen dabei Ihre eigenen Bedürfnisse zurück und sorgen deshalb oft nicht ausreichend für sich.

2. Das abhängige Verhalten wird dadurch unterstützt.

3. Auch ihr Leben dreht sich mehr und mehr um die Sucht und verlängert diese.

⇨ Es hilft Ihnen und auch dem spielenden Menschen, wenn Sie jetzt an sich denken. Nehmen Sie sich Zeit für sich, gehen Sie Ihren Interessen nach und pflegen Sie ihre Freundschaften.
⇨ Die Verantwortung, ob er oder sie weiter spielt, liegt alleine bei der glücksspielsüchtigen Person – nicht bei Ihnen!

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