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Glücksspielsucht

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Glücksspielsucht: Auch bei Älteren ein Thema

Welches Bild kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an eine Person mit problematischem Glücksspielverhalten denken? Stellen Sie sich gerade einen eher jungen (oder bestenfalls „mittelalten) Mann vor? Dann geht es Ihnen wie vielen Menschen.

Wird oft ausgeblendet: Glücksspielsucht im Alter

Und auch die zuletzt veröffentlichte BZgA-Studie zum Glücksspielverhalten in Deutschland weist als „Risikofaktoren für problematisches oder pathologisches Glückspielverhalten“ unter anderem „ein Lebensalter unter 25 Jahren“ sowie das „männliche Geschlecht“ aus. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich nicht, dass Frauen oder ältere Menschen wenig spielen. Das zeigt ebenfalls die schon genannte Studie. So haben in den vergangenen zwölf Monaten 33 Prozent der in Deutschland lebenden Frauen mindestens einmal an einem Glücksspiel teilgenommen (Männer: 41 Prozent).

Und bei den 56- bis 70-jährigen in Deutschland sind es sogar 43 Prozent. Damit hat diese Altersgruppe den höchsten Anteil an Glücksspielerfahrungen (bezogen auf einen Zeitraum von zwölf Monaten vor der Befragung). Und doch liest und hört man vergleichsweise wenig von älteren Menschen mit Glücksspielproblemen. Etwa weil das Thema „Sucht im Alter“ in unserer Gesellschaft generell oftmals ausgeblendet wird? Oder weil man bei älteren Menschen eher an „harmlose“ Glücksspiele denkt, wie etwa Lotto oder Bingo? Wie riskant spielen ältere Menschen eigentlich?

Was heißt schon „alt“?

Eine aktuelle Überblicksarbeit zum Thema „Glücksspiele und Glücksspielsucht im Alter“ bringt Licht ins Dunkel. Drei Forscher aus Hamburg, Bremen und Zürich haben dafür nationale und internationale Studien zu diesem Thema gesammelt und gesichtet.

Zum Teil fallen die Ergebnisse der Ausgangsstudien recht unterschiedlich aus, was unter anderem daran liegt, dass sie in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Glücksspieltraditionen durchgeführt wurden. Und auch „Alter“ wurde in den Studien unterschiedlich definiert. Verständlich, denn: Was heißt schon alt? Die Spanne in den Studien reichte von „50+“ bis „60+“.

Interessante Tendenzen im Überblick

Bei aller Unterschiedlichkeit der Untersuchungen zeigten sich dennoch interessante Tendenzen zum Spielverhalten von älteren Menschen:

  • Demnach interessieren sich Ältere tatsächlich tendenziell stärker für Glücksspielangebote mit eher geringem Suchtpotenzial, wie etwa Lotto. Unter älteren Menschen gibt es zudem offenbar einen geringeren „Problemspieler*innenanteil“.
  • In der Übersichtsarbeit wird eine Statistik von Hilfe suchenden Glücksspielerinnen und Glücksspielern aus Hessen vorgestellt, die unter anderem zeigt, dass in der Altersgruppe „60+“ der Frauenanteil sowie der Prozentsatz allein lebender Menschen deutlich höher ist als bei Jüngeren.
  • Zukünftig könnten Online-Glücksspiele für Ältere attraktiver werden. Die Forscher bezeichnen eine solche Tendenz als „zumindest plausibel“. Nachvollziehbar: Die Verbreitung internetfähiger Endgeräte steigt auch in dieser Altersgruppe, zudem fallen bei dieser Glücksspielart – auch bei eingeschränkter Mobilität – eine Reihe von Barrieren weg.
  • Als Folgen des problematischen Glücksspielens im höheren Alter können sich psychische Störungen wie Depressionen oder Angststörungen verstärken. Ebenso zeigt sich bei ihnen eine Tendenz, die wir auch von jüngeren Problemspielerinnen und -spielern kennen: Sie konsumieren häufiger als andere Tabak, Alkohol oder illegale Drogen.
  • Am Ende einer „Spielerkarriere“ stehen oft hohe Schuldenstände. Das Besondere bei älteren Problemspielern und -spielerinnen: Etwa die Hälfte von ihnen bezieht bereits Rente, hat also vermutlich ein begrenztes Budget zur Verfügung, sodass ihre Verschuldung schneller steigen könnte als in jüngeren Altersgruppen.
  • Menschen, die aufgrund einer Parkinson-Erkrankung bestimmte Medikamente („Dopamin-Agonisten“) einnehmen, haben oftmals Schwierigkeiten mit ihrer Impulskontrolle. Bei ihnen kann sich ein problematisches Spielverhalten schneller entwickeln als bei anderen.

Fazit: Bedingt durch die demographische Entwicklung wird es hierzulande immer mehr ältere Menschen und damit – absolut betrachtet – auch mehr ältere Menschen mit problematischem Spielverhalten geben: eine wichtige Zielgruppe für die Prävention und die Suchthilfe.

Hilfsangebote zum Thema Glücksspielsucht für Menschen aller Altersgruppen finden Sie hier

Quellen:

Banz, M.und Lang, P.(2017).GLÜCKSSPIELVERHALTEN UND GLÜCKSSPIELSUCHT IN DEUTSCHLAND. Ergebnisse des Surveys 2017 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. doi: 10.17623/BZGA:225-GS-SY17-1.0

Kalke, Jens; Haug, Severin; Hayer, Tobias (2019). Glücksspiele und Glücksspielsucht im Alter: Ein kursorischer Forschungsüberblick. SuchtMagazin, 45(5):33-37.