Glücksspiel-Survey 2025: So spielt Deutschland
Glücksspiel-Survey 2025: So spielt Deutschland
Glücksspiele gehören für viele Menschen zum Alltag – etwa beim Ausfüllen eines Lottoscheins oder beim Kauf eines Rubbelloses. Für die meisten bleibt das Spielen ein gelegentliches Freizeitvergnügen. Das zeigt auch der Glücksspiel-Survey 2025, der vor Kurzem veröffentlicht wurde. Befragt wurden über 12.000 Menschen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren. Dass Glücksspiele auch Risiken bergen und bei einem Teil der Bevölkerung zu ernsthaften Problemen führen, belegt der Bericht ebenfalls.
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung spielt
Die aktuelle Studie zeigt: 36,4 Prozent der Bevölkerung haben sich innerhalb der letzten zwölf Monate an mindestens einem Glücksspiel um Geld beteiligt. Männer spielen dabei häufiger als Frauen (40,4 Prozent gegenüber 32,4 Prozent). Auffällig ist außerdem, dass der Anteil der Spielenden mit zunehmendem Alter steigt – besonders verbreitet sind Glücksspiele bei Menschen zwischen 56 und 70 Jahren.
Unter den verschiedenen Angeboten bleibt das klassische LOTTO 6 aus 49 mit Abstand die häufigste Spielform: Rund 18,3 Prozent der Bevölkerung haben im vergangenen Jahr daran teilgenommen. Danach folgen Eurojackpot und Rubbellose. Automatenspiele werden dagegen insgesamt deutlich seltener genutzt. Ihre Auswirkungen sind jedoch besonders deutlich. Gleiches gilt für eine Reihe weiterer Glücksspielformen mit hohem Suchtpotential. Mehr erfahren Sie weiter unten im Text, wenn es um die Verbreitung von glücksspielbezogenen Störungen in der Bevölkerung geht.
16,6 Prozent aller Befragten spielen ausschließlich in stationären Spielstätten. Etwa jede zehnte Person (10,8 Prozent) nutzt ausschließlich Online-Glücksspiele, während 8,4 Prozent beide Zugangsmöglichkeiten kombinieren. Diese Zahlen zeigen, dass sich Online-Glücksspielangebote inzwischen etabliert haben, der „klassische“ (stationäre) Spielort immer noch dominiert.
Wenn Spielen zum Problem wird
Neben der Teilnahme am Glücksspiel untersucht der Survey auch sogenannte „glücksspielbezogene“ Probleme. Damit ist der Anteil von Menschen in der Bevölkerung gemeint, die Anzeichen einer Glücksspiel-Störung zeigen. Geschätzt wird dieser Anteil auf Basis der im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-5) dafür festgelegten Kriterien. Sie erfassen systematisch, ob und in welchem Ausmaß bei den befragten Personen ein problematisches oder „gestörtes“ Spielverhalten vorliegt. Die Ergebnisse zeigen, dass 2,2 % der erwachsenen Bevölkerung die Kriterien einer solchen Glücksspielstörung erfüllen. Mit anderen Worten: Etwa jede*r 50. in Deutschland hat die Kontrolle über das Spielen verloren. Hinzu kommen knapp sechs Prozent mit riskantem Spielverhalten.
Hohe Risiken bei bestimmten Glücksspielarten
An dieser Stelle zeigt sich, dass einige Glücksspielarten ein besonders hohes Risikopotential haben. So finden sich unter Spielenden, die ihr Glück am Automaten versuchen, die höchsten Anteile an glücksspielbezogenen Störungen: bei virtuellen Automatenspielen (32,5 Prozent), Geldspielautomaten (23,4 Prozent) und Glücksspielautomaten (28,1 Prozent). Auch Menschen, die sich an Live-Sportwetten beteiligen, weisen häufig glücksspielbezogene Probleme auf. Hier liegt der Prozentsatz von Personen mit einer Glücksspiel-Störung mit 27 Prozent ebenfalls sehr hoch.
Das bedeutet: Obwohl nur ein Teil der Bevölkerung spielt, ist das Risiko für problematisches oder gestörtes Spielverhalten bei bestimmten Glücksspielen überdurchschnittlich hoch. Sie tragen in besonderem Maße zur Entstehung von Glücksspielproblemen in der Bevölkerung bei.
Schnelle Spiele, höhere Risiken
Diese Angebote zeichnen sich häufig durch eine schnelle Spielabfolge sowie kurze Zeit zwischen Einsatz und Ergebnis aus. Genau diese Eigenschaften erhöhen nach Erkenntnissen der Glücksspielforschung das Risiko für problematisches Spielverhalten. Ein wichtiger Aspekt sind auch sogenannte kognitive Verzerrungen – also typische Denkfehler beim Glücksspiel. Dazu gehört zum Beispiel der Glaube, dass man durch Erfahrung oder Strategie den Ausgang eines Spiels beeinflussen könne. Die Studie zeigt deutlich: Je stärker solche Denkfehler ausgeprägt sind, desto häufiger treten auch Glücksspielprobleme auf.
Große Zustimmung für Jugend- und Spielerschutz
Ein positives Ergebnis der Studie betrifft den Jugend- und Spielerschutz. Viele Maßnahmen finden in der Bevölkerung breite Zustimmung. Besonders hoch ist die Unterstützung für das Teilnahmeverbot für Minderjährige, dem neun von zehn Befragten zustimmen. Auch andere Schutzmaßnahmen stoßen auf viel Zustimmung, etwa: Aufklärung über die Risiken des Glücksspiels sowie Beschränkungen der Glücksspielwerbung. Das zeigt: Prävention und Information werden von vielen Menschen als wichtig und sinnvoll wahrgenommen.
Quelle: Buth, S.; Meyer, G.; Rosenkranz, M.; Kalke, J. (2026): Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2025. Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD), Hamburg