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Wetten dass...

… die Zahl der abgeschlossenen Sportwetten in diesem Sommer wieder in die Höhe schießen wird? Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen: Großereignisse wie eine Fußballweltmeisterschaft lassen das Interesse an Wetten sprunghaft ansteigen – nicht nur im Freundeskreis oder bei der Arbeit, sondern auch in professionellen Wettbüros.

Bei Sportwetten einen kühlen Kopf bewahren

Bei aller Vorfreude auf spannende Spiele – beim Thema Sportwetten empfiehlt es sich, einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn schneller als so manche glauben, hat man sich verzockt und viel Geld verloren. Wenn das einmal passiert, könnte man noch sagen: „Pech gehabt, beim nächsten Mal bist du vorsichtiger.“

Versucht jemand daraufhin jedoch, das verspielte Geld „zurückzuholen“, kann es sehr schnell ganz kritisch werden. Denn dann beginnt oft das, was Fachleute „Chasing“ nennen. Der Begriff „Chasing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Hinterherrennen oder -jagen“. Gemeint ist in diesem Fall, dass versucht wird, Verluste aus der Vergangenheit durch erhöhte Wetteinsätze auszugleichen. Man jagt also dem verlorenen Geld hinterher. Ein auswegloses Unterfangen, das den Spieler bzw. die Spielerin in einen Sucht-Strudel ziehen kann: Die Verluste häufen sich, es wird vermehrt gespielt, dadurch erhöhen sich die Verluste noch weiter etc.

Häufig steht am Beginn einer Spielerkarriere aber auch ein Gewinn. Das fasst folgende Aussage eines Glücksspielers gut zusammen: „Mein Pech war, dass ich am Anfang gewonnen habe.“ Unvermittelt eine größere Summe zu erspielen, reizt viele zum Weiterspielen bzw. dazu, immer wieder Wetten abzuschließen.

Sportwetten: vom Zufall abhängig?

„Sportwetten sind doch immer noch besser, als sich vollständig dem Zufall auszusetzen, wie beispielsweise beim Roulette oder am Glücksspielautomaten“, mag jetzt vielleicht der eine oder die andere entgegnen. Bei Fußballwetten komme es schließlich auch darauf an, wie viel „Ahnung“ man von Fußball hat und welches „Gespür“ für das jeweilige Spiel. Das ist zwar prinzipiell richtig: Wenn der reine Zufall über das Abschneiden bei Fußballspielen entscheiden würde, könnte man die Bundesliga schließlich auch einfach „auswürfeln“ oder das Los entscheiden lassen. Allerdings wird das eigene Fachwissen oft massiv überschätzt bzw. der Zufallsfaktor unterschätzt: Mannschaften mit hochkarätigen Spielern unterliegen recht häufig sogenannten „Außenseitern“ und eigentlich als schwach eingestufte Teams siegen glücklich durch ein Elfmeterschießen. Ein Fußballspiel ist – wie andere Sportarten auch – zu komplex, um seinen Ausgang vorhersagen zu können.

Die Macht des „Zufalls“

Im Duden wird Zufall übrigens folgendermaßen definiert: „etwas, was man nicht vorausgesehen hat, was nicht beabsichtigt war, was unerwartet geschah“. Die meisten von uns werden sich sicherlich an so einige Fußballspiele erinnern, deren Ausgang dann doch „unerwartet“ kam oder deren Endspielstand man so nicht vorausgesehen hat – ganz egal, wie ausgiebig man sich vorher über die Mannschaften informiert hatte.

Wie wenig Sportkenntnisse dabei helfen, eine Wette zu gewinnen, zeigen auch Experimente, bei denen Anfänger beim Tippen auf Fußballspiele eine genauso gute (bzw. schlechte) Quote hatten wie vermeintliche Fachleute. Weil das dem einzelnen Spieler jedoch oft nicht bewusst ist – insbesondere in dem Moment nicht, in dem er ein „sicheres Gefühl“ für den Ausgang eines Spiels hat oder die Wette unter Zeitdruck abgeschlossen wird – werden häufig hohe Einsätze getätigt.

Knapp daneben ist auch vorbei

Neben dieser Selbstüberschätzung der Spielenden gibt es weitere Faktoren, die Sportwetten zur besonders riskanten Glücksspielform machen, unter anderem sogenannte „Fast-Gewinne“. Davon spricht man, wenn es so aussieht, als habe man bei einem Spiel „nur knapp daneben“ gelegen – etwa wenn in der letzten Minute noch ein Tor geschossen wurde und man alleine deswegen verloren hat. Daraus schließen manche, beim nächsten Mal dann tatsächlich gewinnen zu können, anstatt sich einzugestehen, dass „knapp daneben auch vorbei ist.“

Infos und Hilfe gibt‘s bei SUCHT.HAMBURG

„Ein großes Problem ist die hohe Verfügbarkeit von Sportwetten in unserer Gesellschaft“, weiß Christiane Lieb, Geschäftsführerin von SUCHT.HAMBURG: „Alleine in Hamburg gibt es eine Unmenge von Wettbüros mit langen Öffnungszeiten. Im Internet können Sie Tag und Nacht Wetten abschließen. Diese ständige Zugriffsmöglichkeit auf ein Glücksspiel ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung einer Abhängigkeit.“

Viele Menschen wissen beispielsweise nicht, dass die allermeisten Sportwettangebote im Internet illegal sind und dass es Sportwettangebote mit einem deutlich erhöhten Gefährdungspotential gibt, wie etwa Livewetten.

Ein Faktenblatt von SUCHT.HAMBURG informiert Sie über alles Wissenswerte zum Thema Sportwetten. Hier können Sie das Faktenblatt bestellen oder direkt herunterladen. Weitere Infos über Sportwetten gibt es auf dieser Seite.

Was tun, wenn man sich Gedanken über das eigene Spielverhalten oder das eines Angehörigen macht? Hier finden Sie Hilfe und Unterstützung.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern schöne Fußballspiele und einen kühlen Kopf im Umgang mit Sportwettangeboten.