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Neuer Elternratgeber „Jugendliche und Glücksspiele“

Gesundheitssenatorin und Sucht.Hamburg gGmbH stellen neues Angebot für Eltern vor

Der erste Kontakt mit Glücksspielen findet häufig im Jugendalter statt. Die meisten –häufig so genannten – „Spielerkarrieren“ beginnen ebenfalls oft in jungen Jahren: Vor allem problematisch bzw. pathologisch spielende Männer berichten darüber, dass sie bereits früh in ihrem Leben mit dem Spielen angefangen haben.

Immer öfter sind es Online-Glücksspiele, die (nicht nur) die Jüngeren in ihren Bann ziehen. Deren Anbieter umgehen häufig den Jugendschutz. Hinzu kommt, dass auch die technischen Voraussetzungen, beispielswiese das Alter des Spielenden zu überprüfen, im WorldWideWeb momentan noch begrenzt sind. Viele Spiele im Internet sehen zunächst auch gar nicht nach einem Glücksspiel aus – erst im Verlauf des Spiels wird deutlich, dass man einen Einsatz tätigen und auch etwas verlieren kann.

An anderen Stellen wiederum locken Gratisspiele, die Lust auf das Spielen um echtes Geld machen sollen. Ein unübersichtliches Angebot an Glücksspielen auf der einen Seite und eine schon durch ihr Alter gefährdetere Zielgruppe auf der anderen Seite: Anlass genug, das Thema „Jugendliche und Glücksspiele“ in den Blickpunkt des Aktionstags gegen Glücksspielsucht zu rücken.

Neues Informationsangebot für Eltern

Eltern sollten über Glücksspiele und ihre Risiken Bescheid wissen, findet Christiane Lieb, Geschäftsführerin der Sucht.Hamburg gGmbH und nutzt deshalb den diesjährigen Aktionstag Glücksspielsucht dafür, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und Eltern gezielt über die Gefährdung durch Glücksspiele aufzuklären. Dazu wurde ein Informationsflyer „Was Eltern über Glücksspiele wissen sollten“ entwickelt und der Informationsbereich der Website um die Rubrik Besonders gefährdet: Jugendliche und junge Erwachsene erweitert.

Wie entwickelt sich eine Glücksspielsucht? Keine einfache Frage

Welche Faktoren bestimmen darüber, ob ein junger Mann oder eine junge Frau mit dem Spielen beginnt und sich dann darin verlieren kann? Eine einfache Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Vielmehr ist es ein komplexes Zusammenspiel, das darüber entscheidet, ob jemand süchtig nach Glücksspielen wird oder nicht. Fachleute unterscheiden meist drei verschiedene Ebenen. Die erste Ebene ist die Persönlichkeit des Spielenden, ein Produkt wiederum aus genetischen und Umweltfaktoren. Diese Persönlichkeit trifft auf die zweite Ebene, das „Suchtmittel“, in diesem Fall das Glücksspiel. Einige Glücksspielarten sind mit einem deutlich erhöhten Gefährdungspotenzial verbunden. Als dritte Ebene, die die mögliche Entwicklung einer Abhängigkeit beeinflusst, kommt das Umfeld eines Menschen ins Spiel. So können etwa berufliche oder private Misserfolgserlebnisse, die nicht durch die Familie oder den Freundeskreis abgefedert werden, zu auslösenden Bedingungen für eine Suchterkrankung werden.

Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder – auch bei Glücksspielen

Eltern haben eine Vorbildwirkung, ob sie wollen oder nicht. Wenn Heranwachsende exzessives Glücksspielen als „Normalität“ in ihrer Familie erleben, besteht das Risiko eines „Nachahm-Effekts“. Kinder, die mitbekommen, dass ihre Eltern spielen, um ihrem Alltag zu entfliehen oder Konflikten aus dem Wege zu gehen, lernen – oft schon früh in ihrem Leben – die Vermeidungsfunktionen des Glücksspielens kennen. Das Vorbild der Mutter und/oder des Vaters kann aber natürlich auch eine schützende Funktion haben: wenn das Kind zum Beispiel mitbekommt, wie die Eltern konstruktiv mit Schwierigkeiten in ihrem Leben umgehen oder darauf achten, dass Grenzen eingehalten werden.

Tipps für Eltern

Sich bewusst zu machen, dass man für die Kinder ein Vorbild ist, auch beim Thema Glücksspiele, ist nur einer der Tipps im neu geschaffenen Informationsbereich unter Glücksspiele: Was können Eltern tun?. Hier finden Sie auch Hinweise, wie Sie mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihnen die Risiken durch Glücksspiele erklären können.

Dazu noch einmal Christiane Lieb: „Hilfreich ist eine interessierte, erst einmal nicht wertende Haltung gegenüber den Spielen, die sich Kinder aussuchen. Dadurch haben diese auch meist ein größeres Verständnis für die Regeln, die sie beim Spielen einhalten sollen, zum Beispiel, was die Spieldauer angeht. Wenn Eltern allerdings feststellen, dass ihre Kinder um Geldbeträge spielen (oder spielen wollen), sollten sie deutlich sagen, warum das riskant und deshalb für Kinder und Jugendliche nicht erlaubt ist. Damit Eltern das gut gelingt und sie über das Thema Glücksspiele Bescheid wissen, haben wir das neue Informationsangebot entwickelt.“