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Glücksspiel - Was bringt das neue Jahr 2018?

Glücksspiel - Was bringt das neue Jahr 2018?

Was war wichtig in diesem Jahr und was bringt 2018? Zwei Fragen, die zurzeit Hochkonjunktur haben. Wir machen da keine Ausnahme und blicken zunächst zurück auf das Jahr 2017. Danach schauen wir in die Glaskugel: Mit welchen Neuerungen und Entwicklungen ist auf dem Glücksspielmarkt zu rechnen und wie geht es weiter beim „zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag“?

Wann kommt der neue Glücksspielstaatsvertrag?

Im März des ablaufenden Jahres setzten die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer ihre Unterschriften unter den Entwurf des zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrags. Darin wird die im aktuellen Vertrag enthaltene Experimentierklausel für insgesamt 20 private Sportwettlizenzen aufgehoben. Gleichzeitig wurde insgesamt 35 Anbietern von Sportwetten, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllten, eine vorläufige Erlaubnis erteilt. Bis zum Ende des Jahres müssen die Landesparlamente den Vertrag ratifiziert haben.

Das Bundesland Schleswig-Holstein – hier gab es im Laufe des Jahres einen Regierungswechsel – hat jedoch bereits angekündigt, dass sie dem aktuellen Entwurf nicht zustimmen werden, da sie eine stärkere Liberalisierung des Marktes anstreben. Momentan sieht es so aus, als ob der Vertragsentwurf nicht ratifiziert würde, sondern beim nächsten Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten (erstes Quartal 2018) neu verhandelt würde. Wir informieren Sie im nächsten Jahr an dieser Stelle weiter über das Thema.

2017 im Mittelpunkt: Angehörige von Menschen mit Glücksspielproblemen

Politischen Streit gab es in diesem Jahr besonders über die beiden Wachstumsmärkte Sportwetten und Online-Glücksspiele. In beiden Fällen handelt es sich um riskante Glücksspielarten mit derzeit unzureichenden Regeln zum Schutz von Spielerinnen und Spielern.

Umso wichtiger, dass diese möglichst gut über die Risiken der Glücksspiele Bescheid wissen und Angebote kennen, mit denen Sie ihr Spielverhalten auf den Prüfstand stellen können. Aus diesem Grund hat die Kampagne Automatisch Verloren in den vergangenen Jahren jeweils Informationsschwerpunkte bei Sportwetten und Online-Glücksspielen gesetzt. In diesem Jahr standen die Angehörigen von Menschen mit Glücksspielproblemen im Mittelpunkt. Ein neuer Info-Flyer informiert über das Thema. In einem Interview informierte eine Glücksspiel-Expertin über Angebote für Angehörige und gab einen Einblick in die die Lebenssituation von Familien, die durch Spielsucht belastet sind.

Lootbox: ein unbekannter Begriff mit Zündstoff

Wissen Sie, was eine „Lootbox“ ist? Falls nein, sind Sie in guter Gesellschaft. Die allermeisten Menschen dürften den Begriff noch nicht gehört haben – selbst jene nicht, die schon mal einer Lootbox begegnet sind: in einem Computerspiel. Eine Lootbox ist eine Kiste oder Box, die man in einem Computerspiel „finden“ oder erwerben kann – letzteres gegen „echtes Geld“ oder eine Währung, die es nur in dem jeweiligen Spiel gibt. In dieser Kiste stecken Objekte, die für den Fortgang des Spiels wichtig sind, zum Beispiel Waffen. Die Auswahl der Objekte erfolgt nach einem Zufallsmodus – einem Prinzip also, das wir von Glücksspielen kennen. Und genau daran setzt auch die Kritik von Suchtfachleuten an: Spiele, bei denen man dafür zahlt, dass man gegen ein Entgelt eine Gewinnchance hat, die vom Zufall abhängt, sind der Definition nach Glücksspiele – und die haben in einem regulären Computerspiel nichts zu suchen. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem junge Menschen auf dem Computer spielen und diese häufig anfälliger sind für die Risiken von Glücksspielen. Und: Auch Minderjährige spielen Computerspiele und die dürfen laut Jugendschutzgesetz noch gar nicht mit Glücksspielen in Berührung kommen.

Das Thema Lootbox ist Teil einer größeren Entwicklung bei Computerspielen, bei denen der Spielmodus um Glücksspielelemente erweitert wird. Lesen Sie dazu auch unsere News über „Pay2Win-Spiele“. Das sind Spiele, die zwar grundsätzlich kostenfrei gespielt werden können. Um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen oder eine Runde weiter zu kommen, ist dann jedoch ein Entgelt notwendig. Der Glücksspielexperte Ingo Fiedler von der Universität Hamburg ordnet „Pay2Win“-Spiele aufgrund ihrer hohen Gefährdung für Intensivspieler und auch aufgrund ihres Geschäftsmodells eher als Glücksspiele ein als als reguläre Videospiele.

Auch in Zukunft: wachsam und selbstkritisch bleiben

Auch wenn Prognosen „von Natur aus“ immer schwierig und fehlerbehaftet sind, steht eines fest: Die Anbieter von Glücksspielen werden auch in Zukunft alles daran setzen, ihre Zielgruppe möglichst eng an ihre Spielangebote zu binden. Aus diesem Grund: Bleiben Sie wachsam und vor allem selbstkritisch gegenüber ihrem eigenen Spielverhalten.

Das Team von „Automatisch Verloren“ wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erholsamen Jahresausklang und einen guten Start in das neue Jahr.

Quellen:
https://www.casinoonline.de/nachrichten/koalitionsvertrag-schleswig-holstein-glucksspielreform-8958/

https://www.casinoonline.de/nachrichten/koalitionsvertrag-schleswig-holstein-glucksspielreform-8958/

http://www.isd-hamburg.de/praesentationen.htm